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| neuestes Update: 23. August 2024
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Leberprobleme beim Pferd

Leberprobleme beim Pferd gehören zu den häufig unterschätzten Erkrankungen. Die Leber ist das zentrale Stoffwechselorgan des Pferdes. Sie verarbeitet Nährstoffe, filtert Schadstoffe und reguliert zahlreiche Körperfunktionen.

Das Tückische: Pferde sind wahre Kompensationskünstler. Deutliche Anzeichen zeigen sich häufig erst dann, wenn bereits 70-80 % der Leberfunktion beeinträchtigt sind. Eine aufmerksame Beobachtung des Pferdes sowie eine regelmäßige tierärztliche Kontrolle sind daher besonders wichtig.

Wo sitzt die Leber beim Pferd?

Die Leber des Pferdes liegt im rechten vorderen Bauchraum, direkt hinter dem Zwerchfell und unter den letzten Rippen. Sie ist das größte Organ im Körper des Pferdes und kann bis zu 5 kg wiegen.

Funktion der Leber beim Pferd

Im Gegensatz zum Menschen besitzen Pferde keine Gallenblase. Die Gallenflüssigkeit wird daher kontinuierlich direkt in den Dünndarm abgegeben. Zu den wichtigsten Aufgaben der Leber gehören:

  • Entgiftung des Blutes und Abbau von Schadstoffen
  • Verarbeitung und Speicherung von Nährstoffen
  • Produktion von Gallenflüssigkeit zur Fettverdauung
  • Synthese von Blutgerinnungsfaktoren und Proteinen
  • Regulierung des Blutzuckerspiegels

Ist die Leberfunktion eingeschränkt, kann dies erhebliche Auswirkungen auf das Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit des Pferdes haben.

Leberprobleme Pferd: Anzeichen & Symptome erkennen

Die Symptome von Leberproblemen beim Pferd sind oft unspezifisch und entwickeln sich schleichend. Dennoch gibt es Anzeichen, die auf eine Belastung der Leber hinweisen können und eine tierärztliche Abklärung sinnvoll machen.

Frühe Anzeichen einer Leberbelastung

Erste Hinweise zeigen sich häufig im Allgemeinbefinden und im Erscheinungsbild des Fells:

  • Mattigkeit und allgemeine Antriebslosigkeit
  • Leistungsabfall, besonders nach 15-20 Minuten Arbeit
  • Verminderter Appetit oder Fresslust
  • Stumpfes oder glanzloses Fell
  • Stichelhaare (einzelne längere Haare im Fell)
  • Schlechter Konditionsaufbau trotz ausreichender Fütterung
  • Gewichtsverlust oder Abmagerung

Symptome im fortgeschrittenen Stadium

Bei einer erheblichen Beeinträchtigung der Leberfunktion können folgende Symptome auftreten:

  • Gelbliche Verfärbung der Schleimhäute und der Skleren (Gelbsucht / Ikterus)
  • Flüssigkeitsansammlungen in Beinen, Brustkorb oder Bauchhöhle
  • Zentralnervöse Störungen wie Desorientierung oder Koordinationsprobleme
  • Fieber (über 38,5 °C)
  • Weiße Flecken auf der Haut oder Hautreizungen
  • Kolikanzeichen

Wichtiger Hinweis: Diese Anzeichen sind nicht als Diagnose zu verstehen. Bei Auffälligkeiten sollte stets ein Tierarzt hinzugezogen werden.

Erhöhte Leberwerte beim Pferd: Was bedeutet das?

Erhöhte Leberwerte werden häufig als Zufallsbefund bei einer Blutuntersuchung festgestellt. Die wichtigsten Leberwerte beim Pferd sind:

  • γ-GT (Gamma-Glutamyltransferase): Ein erhöhter Wert gilt als sensitiver Marker für Lebererkrankungen beim Pferd.
  • AST/GOT (Aspartat-Aminotransferase): Kommt in der Leber und der Muskulatur vor. Erhöhte Werte können auf eine Leberschädigung hinweisen, sind aber nicht lebersp ezifisch.
  • GLDH (Glutamatdehydrogenase): Ein leberspezifisches Enzym. Erhöhte Werte deuten auf eine aktive Schädigung der Leberzellen hin.
  • Bilirubin: Erhöhte Werte können auf eine eingeschränkte Entgiftungsfunktion hinweisen und verursachen die gelbliche Verfärbung der Schleimhäute.

Selbst leicht erhöhte Leberwerte sollten ernst genommen werden, da bereits geringe Veränderungen darauf hindeuten können, dass die Kompensationskapazität der Leber ausgeschöpft wird. Eine weiterführende Diagnostik, etwa eine Ultraschalluntersuchung oder eine Leberbiopsie, kann sinnvoll sein.

Ursachen von Leberproblemen beim Pferd

Leberprobleme beim Pferd können durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden. Häufig liegen mehrere Belastungen gleichzeitig vor:

  • Giftige Pflanzen, insbesondere Jakobskreuzkraut (Senecio jacobaea) – eine der häufigsten Ursachen für chronische Leberschäden beim Pferd
  • Pestizide oder Schadstoffe auf belasteten Weiden
  • Leberegel und andere Parasiten
  • Bakterielle Infektionen (z. B. Leptospirose)
  • Belastung durch häufige Medikamentengaben (z. B. NSAIDs, Entwurmungsmittel)
  • Silage oder qualitativ minderwertiges Grundfutter mit Mykotoxinen
  • Übermäßiger Eisengehalt im Tränkwasser
  • Stress, Übertraining oder Stallhaltung mit zu wenig Bewegung
  • Tumoröse Veränderungen der Leber

Leberentzündung beim Pferd: Akut oder chronisch?

Eine Leberentzündung (Hepatitis) beim Pferd kann sich akut oder schleichend über einen längeren Zeitraum entwickeln.

Akute Leberentzündung: Tritt plötzlich auf und geht häufig mit Fieber, Kolikanzeichen und deutlichem Abfall des Allgemeinbefindens einher. Sie erfordert immer eine sofortige tierärztliche Abklärung.

Chronische Lebererkrankung: Entwickelt sich über Monate oder Jahre, oft durch anhaltende Belastungen wie Jakobskreuzkraut. Da die Leber über ein bemerkenswert großes Regenerationsvermögen verfügt, bleibt der Schaden lange unbemerkt.

Ziel ist in beiden Fällen, belastende Faktoren zu reduzieren und den Körper so zu begleiten, dass die natürliche Leberfunktion so gut wie möglich erhalten bleibt.

Die Leber beim Pferd natürlich unterstützen

Um die natürliche Leberfunktion zu begleiten, spielt die tägliche Haltung und Fütterung eine zentrale Rolle. Folgende Maßnahmen können dazu beitragen, die Leber zu entlasten:

  • Ausgewogene Ernährung: Hochwertiges Heu als Hauptfutter, ausreichend Raufutter und möglichst wenig Kraftfutter
  • Giftpflanzen konsequent meiden: Regelmäßige Weide- und Heukontrolle auf Jakobskreuzkraut und andere belastende Pflanzen
  • Tränkwasserqualität prüfen: Erhöhter Eisengehalt im Wasser kann die Leber belasten
  • Sorgfältiger Umgang mit Medikamenten: Entwurmungsmittel und Schmerzmittel nur nach tierärztlicher Rücksprache einsetzen
  • Regelmäßige Bewegung: Fördert den Stoffwechsel und die natürliche Leberdurchblutung
  • Konsequente Parasitenkontrolle: Besonders Leberegel in feuchten Weidegebieten
  • Regelmäßige tierärztliche Kontrollen: Routineblutuntersuchungen ermöglichen frühzeitiges Erkennen

Leberkräuter für Pferde: Natürliche Begleitung im Rahmen der Fütterung

Sorgfältig zusammengestellte Kräuterformulierungen, sogenannte Leberkräuter für Pferde, können im Rahmen der Fütterung eingesetzt werden. Sie dienen nicht der Heilung oder Behandlung von Erkrankungen, sondern der Unterstützung der natürlichen Leberfunktion und des allgemeinen Wohlbefindens.

Warum chinesische Kräuter zur Begleitung der Leberfunktion?

Die traditionelle chinesische Medizin (TCM) betrachtet Gesundheit als das Zusammenspiel von Balance und Harmonie im Körper. Ist dieses Gleichgewicht gestört, kann dies auch die Leberfunktion beeinflussen.

Sorgfältig zusammengestellte chinesische Kräuterformeln werden traditionell eingesetzt, um den Körper sanft zu begleiten. Sie werden als Ergänzungsfuttermittel im Rahmen der täglichen Fütterung verabreicht. Sie dienen nicht der Heilung, sondern der Unterstützung der natürlichen Körperfunktionen von Pferd, Pony oder Esel.

Viele Pferdehalter setzen Kräuter ergänzend ein, um ihr Pferd bei verschiedenen Körperfunktionen zu begleiten, von der Verdauung bis hin zur Leberfunktion.

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